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Klagen gegen Shareaza, Azureus (Vuze) und Limewire
Ein Pariser Gericht hat die französische Justiz als zuständig für eine Klage des Musikbranchenverbands SPPF gegen die auf der Open-Source-Projektseite SourceForge gehostete Applikation Shareaza und die Filesharing-Anbieter Morpheus, LimeWire und Vuze wegen Urheberrechtsverletzungen erklärt. Über die bahnbrechende Entscheidung berichtet die französische Zeitung Libération in ihrer Online-Ausgabe. Die Société Civile des Producteurs de Phonogrammes en France (SPPF) hatte die US-amerikanischen Peer-2-Peer-Seiten (P2P) und die Softwareplattform demnach bereits im Juni 2007 auf Basis des im Jahr zuvor novellierten französischen Urheberrechts verklagt. Es war zunächst aber angesichts der Neuheit des Gesetzes und der ausländischen Gegner unklar, ob der Fall überhaupt in Frankreich verhandelt werden kann. Das Pariser Tribunal de Grande Instance hat dafür jetzt den Weg frei gemacht.
Die SPPF beschuldigt die US-Firmen, im großen Stil Urheberrechtsverstöße zugelassen zu haben. Dabei beruft sie sich auf Ermittlungen des französischen Unternehmens Advestigo, das illegale Filesharing-Aktivitäten über die beklagten Seiten und P2P-Netzwerke ausgemacht haben will. In ihrer Klage bezieht sich die Produzentenvereinigung konkret auf eine im Vorfeld besonders umstrittene Klausel in der französischen Urheberrechtsreform, für die sich vor allem Firmen wie der Mediengigant Vivendi stark machten. Ihr zufolge kann mit bis zu drei Jahren Haft und Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro belegt werden, wer “wissentlich” und öffentlich Software verbreitet, die “offensichtlich darauf ausgerichtet ist”, den unautorisierten Zugang zu geschützten Werken oder anderen Objekten zu gestatten. Selbst der Hinweis auf derlei Programme steht unter dieser Strafandrohung.
Kritiker der Passage fürchteten frühzeitig, dass mit ihr selbst Server-Software und -Protokolle wie P2P, HTTP, FTP oder SSH in eine rechtliche Grauzone geraten dürften. Sie sahen auch Open-Source-Applikationen zum Abspielen von Multimedia-Dateien wie VLC vom VideoLAN-Projekt gefährdet, da diese den Zugriff auf DVDs mit CSS-Verschlüsselung erlauben. Die Ängste werden durch den aktuellen Beschluss mehr als bestätigt, id=9 moniert die Rechtsexpertin Monica Horten in ihrem Blog. In die Schusslinie geraten sei mit SourceForge letztlich ein ganzes Portal für Open-Source-Software, über das viele kleine Firmen für sie sonst kaum erschwingbare Programme bezögen.
Der Mitgründer des vormals unter dem Namen Azureus bekannten P2P-Netzwerks Vuze, Gilles BianRosa, hatte das gerichtliche Vorgehen der SPPF im Sommer als Angriff auf Filesharing-Instrumente bezeichnet, die auch der legalen Verbreitung von Inhalten im Internet dienen. Es wäre nur unter einem gigantischen technischen und finanziellen Aufwand möglich, den Austausch geschützter Werke von vornherein zu unterbinden. Der Anbieter könne nicht im Vorfeld erkennen, ob eine übermittelte Kopie legal sei oder nicht. Es gehe der Musikindustrie wohl darum, mit der Peitsche brutal Innovationen zu verhindern. Urheberrechtsverletzungen würden mit so einem Ansatz dagegen nicht gestoppt. Die SPPF hat Vuze auf insgesamt 16,6 Millionen Euro Schadensersatz verklagt, von Morpheus will sie 3,7 Millionen.
LimeWire 5.0 Alpha zum Download
Acht Jahre nach dem ersten Erscheinen des beliebten P2P-Clients ist Limewire als Alpha in Version 5 veröffentlicht worden. Besonders stechen aus dem beeindruckenden Featureset die neue Oberfläche und die “social sharing” genannten Funktionen hervor.
Neben Bittorrent gehört Limewire auch heute noch zu den beliebtesten Filesharingprogrammen. Die neue Version wartet mit einer komplett überarbeiteten Oberfläche auf, die intuitiv ist und aufgeräumt wirkt. Neu sind ebenfalls Komponenten “sozialer Netzwerke”, die es dem User erlauben, Dateien nur mit einem bestimmten Nutzerkreis z.B. Freunden zu tauschen.
Weitere Informationen und Download
LimeWire 5.0 Alpha Download
Wired: LimeWire Adds Private File Sharing
Limewire scheitert mit Gegenklage
Ein us-amerikanisches Gericht hat dem Antrag von 13 Plattenlabels stattgegeben, die Klage der Lime Group abzuweisen. Der Hersteller von Limewire hatte Ende 2006 eine Gegenklage eingereicht. Lime Group beschuldigte die Musiklabels unter anderem der Absprache zum Nachteil der Verbraucher.
Weitere Informationen
Limewire
LimeWire 4.12.4 für Windows, Linux und Mac OS X
LimeWire ist einer der beliebtesten Filesharing Clients für das Gnutella Netzwerk und bietet alle gängigen Funktionen aktueller Tauschbörsen. Die knapp 2,5 MB große Installation ist selbsterklärend und nach der Installation unterstützt ein Assistent die Konfiguration des Programms. Limewire kann ohne weitere Einstellungen oder Vorbereitungen gestartet werden.
Die Oberfläche ist einfach und intuitiv zu bedienen und mit Hilfe von Proxies kann der Benutzer teilweise anonym downloaden. Der integrierte Medienplayer spielt .ogg und .mp3 Dateien ab. Der Client ist in Java geschrieben und läuft deshalb auf fast jedem Betriebsystem. In LimeWire befindet sich seit den neuen Versionen keine Adware und Spyware mehr. In den aktuellen Versionen enthält LimeWire Filtersoftware, die nicht lizensierte Dateien aus den Suchergebnissen entfernt.
Weitere Informationen
LimeWire 4.12.4 Download für Windows, Linux und Mac OS X