IFPI will Internet in der EU filtern
Der Interessenverband der Musikindustrie hat dem EU-Parlament einige Vorschläge genannt, wie man besser gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen kann. Darin beschreiben sie, dass die Internet-Provider bisher nicht ausreichend genug auf sie eingegangen seien obwohl sie die Möglichkeiten hätten, das unlizensierte Tauschen zu unterbinden.
Die Anbieter sollen gemäß dem Schreiben
- Inhalte blockieren, die urheberrechtlich geschützt sind - dazu könnte man auf ISP Level den Traffic analysieren
- P2P-Protokolle sperren, da diese überwiegend zum Copyright-Verstoß genutzt werden
- das Web zensieren, indem man unbeliebte Seiten wie ThePirateBay sperrt
Die EU-Gremien schließen diese Vorschläge bisher nicht aus, obwohl der Plan technisch nur schwer realisierbar wäre und die Freiheit im Netz nehmen würde.
Die Electronic Frontier Foundation, eine Bürgerrechtsorganisation, hat den Plan schon kritisiert und bittet die EU, ihn nicht umzusetzen da
- nun auch Werke gefiltert würden, die nicht den großen Labels angehören
- der Plan die Forschung und Bildung einschränken würde, urheberrechtlich geschützte Werke dürfen hier auch ohne Lizensierung benutzt werden
- der Filter das Filesharen nicht eindämmen würde, die Benutzer könnten ihren Tausch verschlüsseln
- die Umsetzung von Innovationen unmöglich machen würde, da P2P Traffic gesperrt wird
- die Privatsphäre in vielen Fällen verletzt werden könnte, da man den Traffic komplett analysiert
- Filterung sehr teuer wäre und die Kosten von den Benutzern getragen werden müssten
Laut der EFF gibt es heute so viele Werke welche unter Creative Commons veröffentlicht wurden, Open-Source sind oder auch der Bildung dienen, sodass man flexiblere Regelungen zum geistigen Eigentum braucht.
Hoffentlich wird man die Argumentation ernst nehmen und sich zum Schluss doch noch gegen die Filterung des Internets entscheiden.
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