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Die Musik CD ist tot

20. Jan. 2008 | Geschrieben von Sonnentier

CDDie EMI Gruppe, das viert größte Plattenlabel weltweit, hatte 2006 einige Jugendliche in ihren Firmensitz in London eingeladen damit sie mit den Top-Managern über ihre Hörgewohnheiten sprechen können.

Am Ende dieser Sitzung bedankten sich die EMI Bosse für die Äußerungen und sagten den Jugendlichen dass sie sich gerne an einem Tisch voller CDs bedienen dürfen. Aber keiner der Jugendlichen hat irgendeine der CDs genommen, und das obwohl sie kostenlos waren.

“Das war der Moment in dem wir begriffen dass der Kampf aus und vorbei ist,” sagte ein Beteiligter.

In der Öffentlichkeit nahmen die Führungskräfte natürlich eine andere Stellung und sprachen davon dass eine Kehrtwende bevorsteht, dass legale online Stores das Musikgeschäft retten werden. Aber die Ergebnisse aus 2007 bestätigen das was die Gruppe an Befragten auch schon zeigte: das Hauptprodukt der Musikindustrie, die CD, die in 2006 global für über 80% der Verkäufe verantwortlich war, ist sehr schnell am verklingen. Nielsen SoundScan zufolge ist der Verkauf physischer Alben 2007 um 19% im Vergleich zum Vorjahr gefallen - schneller als jeder erwartet hätte. Im ersten halben Jahr in 2007 fiel der Verkauf physischer Güter um 6% in England, um 9% in Japan, Frankreich und Spanien, um 12% in Italien, 14% in Australien und 21% in Kanada. In Deutschland hat sich der Verkauf nicht geändert. Bezahldienste sind zwar schnell gewachsen, haben aber noch nicht begonnen die Verluste durch die verlorenen Einkommen der CD wiedergutzumachen. Noch beunruhigender für die Industrie, das Wachstum der bezahlten Downloads scheint sich zu verlangsamen.

Die kleinsten Vertreter der großen Labels, EMI und Warner Music, kämpfen am deutlichsten. Der Aktienkurs von Warner Music fiel auf $4.72, 72% niedriger als als deren Preis beim Börsengang 2005, und es wird durch Schulden heruntergewichtet.

Durch die schlechten Verkäufe werden in den Kaufläden auch die Regale für CDs immer kleiner, und große Ketten die Platten verkauften begannen Filialen zu schließen.

Eine interessante Idee ist auch die Zusammenarbeit zwischen Universal und Nokia. Während die Bezahlplatformen nicht zum gewünschten Erfolg führen, haben diese Firmen im Dezember eine neue Verkausstrategie erarbeitet, genannt “Comes with Music“. Wer ein neues Nokia Handy kauft, der darf soviel Musik herunterladen wie er will und diese auch behalten. Anstatt den Konsumenten direkt bezahlen zu lassen bekommt Universal einen Anteil des Preises jedes verkauften Mobiltelefons. Allerdings wird man auch mit dieser Strategie wahrscheinlich niemals wieder so viel Geld machen können wie damals mit der CD, und einige kleinere Labels könnten es nicht überleben.

Quelle: economist.com





2 Kommentare zu "Die Musik CD ist tot"

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  1. Rider:

    am 4.02.2008 um 4:05 pm

    Schade, dass die CD jetzt schon für tot erklärt wird. Ich finde eine Musik CD in den Händen ist immer noch besser als ein legal gezogenes Album.
    Zumal man sich bei der CD ziemlich sicher sein kann, dass man ein Original in den Händen hält, außer man kauft bei den Polen und Tschechen. Des Weiteren ist die Qualität einer CD wesentlich besser als ein Album im mp3 Format.
    Bleibt zu hoffen, dass die HD Audio (DVD-Audio) die Musik CD ablösen kann, sodass Audio@Disc nicht ausstirbt.

  2. Andy:

    am 6.02.2008 um 8:35 pm

    Naja also das sehe ich aber ganz anders:
    Ich kaufe mir ständig CDs. Es hat einfach was im Gegensatz zu einem Download, sei er legal oder illegal. Mit einer CD hat man ein Cover, ein Booklet und wirklich was reales was man anfassen kann. Für Unterwegs kann man die CD trotzdem noch konvertieren.
    Aber mir ist auch egal was BMI, Warner Bros., Sony und Co. sagen, weil die Musik die ich höre von kleineren Labels stammt. Und da gibt es auch kein Kopierschutzproblem wenn ich die Musik als mp3/aac auf dem MP3 Player haben möchte.

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