Anonymes Filesharing: Die richtigen Tools

Von admin am 14. Jun. 2006 um 12:05 in Anonym, Bittorrent, Filesharing, Software, Tracker, Update | Kommentieren

18.000 Anzeigen hat eine Karlsruher Anwaltskanzlei vor einem halben Jahr bei der Staatsanwaltschaft gegen Tauschbörsennutzer eingereicht. Gleichbedeutend mit Angst und Ungewissheit steht hinter jeder Anzeige ein Nutzer von BitTorrent, der das Spiel Earth 2160 in der Tauschbörse heruntergeladen und teilweise unwissentlich weiterverbreitet hatte. 135 Hausdurchsuchungen bei Nutzern von eDonkey und eMule zeigen, wie wenig anonym Nutzer anderer Tauschbörsen sind. ThePirateBay.org, der größte Tracker Schwedens, wurde letzte Woche Ziel einer Großrazzia. Ob dabei Logfiles sichergestellt werden konnten ist ungewiß. Einige Nutzer erwartet nun neben empfindlichen Geldstrafen auch strafrechtliche Konsequenzen. Doch wie kamen die privaten Ermittler auf die Spur der Nutzer, die besagtes Spiel zum Download angeboten hatten?

Das Aufspüren der Copyright-Verletzer geschieht gänzlich vollautomatisch: Die schweizer Firma Logistep hat eine spezielle Software entwickelt, die die Tauschbörsen nach potenziellen Urheberrechtsverletztern durchforstet und deren IP-Adressen loggt. Natürlich werden dabei auch Rechner von P2P-Usern überprüft, in deren Shared-Verzeichnis sich keine urheberrechtlich geschützten Dateien befinden. Wer Tauschbörsen legal nutzt, hat eigentlich nichts zu befürchten und müsste keine Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Aber nur wer die Haustüre nicht offen stehen lässt, muss paranoid sein oder etwas zu verbergen haben. Wem ein “Lauschangriff” der Unterhaltungsindustrie ein Dorn im Auge ist oder einfach selbst entscheiden will, wer Zugriff auf die Festplatte bekommt, zeigen wir einige legale Möglichkeiten, mit den gängigen Tauschbörsen anonym Dateien zu tauschen.

Die Tricks der P2P-Spione: Filesharer zu leichtsinnig

Voraussetzung damit die Unterhaltungsindustrie dem Filesharer eine Urheberrechtsverletzung nachweisen kann sind zwei Dinge: 1.) hat der User Copyright-geschützte Dateien auf seinem Rechner und 2.) wer ist der vermeintliche Urheberrechtsverletzer.

Eine einfache Suche in eMule oder Kazaa oder auf einem BitTorrent-Tracker nach der Datei reicht schon aus, um diverse User zu finden, die den urheberrechtlich geschützten Titel in ihrem Shared-Verzeichnis anbieten. Dabei ist bedeutungslos, ob sich der Nutzer bewusst war, dass er die Dateien angeboten hat. Zunächst erstattet eine von der Unterhaltungsindustrie zwischengeschaltete Anwaltskanzlei bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt unter Angabe von IP-Adresse und Datumsangaben. Der Staatsanwalt fordert daraufhin die Adressdaten des Users beim Provider an und die Anwaltskanzlei kann Akteneinsicht beantragen.

Um anonym zu bleiben sind zunächst zwei Vorsichtsmassnahmen nötig. Es sollten keine geschützten Dateien auf dem eigenen Rechner zu finden sein und die IP-Adresse sollte gar nicht oder so schwer wie möglich in die Hände der P2P-Spione fallen. Da nicht immer klar ist, ob eine Datei urheberrechtlich geschützt ist, sollten die heruntergeladenen Dateien sofort aus dem Shared-Verzeichnis der P2P-Software entfernt werden (was dem Prinzip der Tauschbörsen widerspricht) oder es sollte gar kein Ordner zum Tauschen freigeben werden.
Bei Programmen wie BitTorrent ist es jedoch nicht möglich, nicht zu tauschen. Die bereits heruntergeladenen Teile einer Datei werden noch während des Downloads auch allen anderen Usern, die diese Datei herunterladen, zum Download bereitgestellt. In solch einem Fall können jedoch Proxyserver und entsprechende PlugIns Abhilfe schaffen.

Per Proxy-Server IP-Adresse verschleiern

Die IP-Adresse wird bei der Einwahl vom Provider vergeben und ist weltweit einmalig - sie ist notwendig, damit eine Kommunikation zwischen einem Server/Tracker und dem Client stattfinden kann. Um nun diese sensible Adresse etwas zu verschleiern, kann man auf einen Proxy-Server zurückgreifen. Dabei wird jeglicher Datenverkehr der Filesharing-Software über den Proxy umgeleitet. Wer von außen auf den P2P-Client zugreift, schickt seine Anfragen an den Proxy und erhält im Zweifelsfall nur dessen IP-Adresse. Doch die meisten öffentlichen (kostenlosen) Proxy-Server sind langsam und überlastet und geben zudem die echte IP-Adresse in den Meta-Daten weiter an den Empfänger. Zur Anonymisierung sind sie nicht empfehlenswert.

Wer nicht auf die Vorzüge der schnellen Internetanbindung verzichten will, jedoch trotzdem anonym bleiben möchte, kommt um die Angebote professioneller Anonymisierungs-Proxies nicht herum. Die deutschen Dienste Safersurf oder Steganos bietet bsw. kostenpflichtige und schnelle Proxy-Server bzw. VPN-Netzwerke an.

Mit PlugIns die IP-Adresse schützen

Teilweise kostenlose PlugIns oder Zusatzsoftware für P2P-Software blockieren Scan-Versuche von bestimmte IP-Adressen, die Firmen gehören, die für die Unterhaltungsindustrie in den Tauschbörsen schnüffeln. Diese IP-Blocker verhindern den Zugriff von Computern von geblockten IPs auf den installierten P2P-Client. Zu den bekannteren Programmen zählen das Azureus-PlugIn SafePeer, PeerGuardian, Protowall und The Blocklist Manager.

Fraglich bleibt jedoch, wie effektiv der Schutz durch PlugIns wirklich sein kann. Wie viele der 18.000 Nutzer der Tauschbörse BitTorrent haben wohl PeerGuardian eingesetzt und erwarten nun trotzdem Post von der Staatsanwaltschaft? Da die Tools alle mit Block-Listen arbeiten, in denen die IP-Adressen von IFPI, RIAA und MPAA gespeichert sind, ist schon ein Serverwechsel ausreichend um die IP-Blocker wert- und nutzlos zu machen.

Richtig anonym? Jein.

Richtig anonym ist man in keiner der etablierten Tauschbörsen wie Kazaa, eMule oder BitTorrent. Diese sind von ihrer Architektur nicht darauf ausgelegt, anonym zu arbeiten. Richtig sichere Filesharing-Clients die auf P2P-Netzen aufbauen, die anonym sind, sind die bisher wenig genutzten Clients Filetopia, aMule oder Freenet. Hier ist der User auf der sicheren Seite.

Weitere Informationen

Anonymisierungsdienst Tor ächzt unter P2P-Nutzern
Heise: Strafanzeigen-Maschinerie gegen P2P-Nutzer arbeitet weiter

BitTorrent Download
eMule Download
aMule
Filetopia
Freenet

Safersurf
Steganos
Phoenixlabs: PeerGuardian
SafePeer
Protowall
The Blocklist Manager

Logistep

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One Response to “Anonymes Filesharing: Die richtigen Tools”

  1. mars says:

    wer ansatzweise ahnung vom internet hat, weiss, das es keine chance gibt, im stealth mode unterwegs zu sein.man kann immer gefunden werden, ganz egal was man versucht :)

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